Die Bergetappen des alpannonia: Eine Wanderung in drei Tagen

Der alpannonia Weitwanderweg von Fischbach nach Güns (Köszeg) ist einer von momentan vier „Best Trails of Austria“. Er hat zwei Hauptadern und zahlreiche Zubringer. Startet man am Semmering, so umfasst der Weg 6 Tagesetappen, startet man in Fischbach, braucht man einen Tag länger. Die Gesamtlänge des Weges beträgt rund 120 km.

Ich habe mich über Pfingsten auf den Weg gemacht, um die ersten drei Etappen von Fischbach nach Mönichkirchen zu bewältigen (Etappen 1a, 1b und 2). Die beiden Etappen (1a, 1b) von Fischbach zum Hochwechsel sind gleichzeitig die alpinsten und längsten des alpannonia, aber sicherlich auch die wertvollsten, sofern man gerne in den Bergen ist.

Vorweg ist zu sagen: die drei im folgenden vorgestellten Etappen sind nichts für untrainierte Wanderer und daher auch sicherlich nicht familientauglich – aber wirklich sehr schön. Ich füge daher zu jeder Etappenbeschreibung auch Infos zu ähnlichen Wanderungen hinzu, sodass die Highlights des alpannonia auch von Familien oder im Zuge gemütlicherer Tagestouren erwandert werden können.

Etappe 1a: Von Fischbach auf die Pretul

Die erste Etappe führt von Fischbach zum Rosegger-Schutzhaus auf der Pretul. Das erste Highlight erreicht man nach rund einer Stunde: den Teufelstein. Dieser liegt etwas abseits des – im Übrigen durchwegs ausgezeichnet markierten – Weitwanderweges, ist aber den kleinen Abstecher definitiv wert. Auch der Aussicht wegen.

Nach weiteren rund 1,5 Stunden am alpannonia kommt man am Lendkreuz vorbei. Dieses ist nicht weiter erwähnenswert, allerdings kann man sich bei einer Rast ebendort überlegen, ob man den alpannonia ein weiters Mal verlassen will, um Peter Roseggers Geburtshaus einen Besuch abzustatten. Da es dort auch eine Einkehrmöglichkeit gibt, und es sonst auch recht sehenswert ist, wird man sich eher – so wie ich – dafür entscheiden. Die Tagesetappe erweitert sich so um rund 2 Kilometer.

Nach einer längeren Einkehr geht es nach Roseggers Geburtshaus etwas bergab, dann stetig moderat  weiter durch lichten Wald bergauf auf die Pretul. Man folgt dabei eine Zeit lang dem Weg 740, der relativ bald nach den ersten Steigungen wieder in den alpannonia mündet. Der Weg von Alpl auf die Pretul zehrt sehr an den Kräften und man stellt sich hier die Frage, ob es nicht doch besser gewesen wäre, Roseggers Geburtshaus links liegen zu lassen und den Markierungen zu folgen. Allerdings erspart man sich durch den Abstecher auch einige Kilometer auf Asphalt – auch nicht schlecht.

Generell kann man die Etappe 1a mit dem Schlagwort „lichter Wald“ am besten beschreiben. Nur selten gibt es Aussicht – eigentlich erst am Schluss knapp vor der Rosegger-Schutzhütte. Trotzdem handelt es sich um eine sehr nette Tour. Und nach einer Nacht auf dem wunderbaren – auch kulinarisch sehr empfehlenswerten – Roseggerhaus folgen zwei Tage voller Aussicht, Almen und Berge. Das ist Ansporn genug.

Siehe auch: Wege auf die Pretul

Etappe 1b: Von der Pretul auf den Hochwechsel

Nach einer ruhigen Nacht und einem sensationellen Frühstück geht es los. Über die Peter-Bergner-Warte geht es aussichtsreich zum Stuhleck, das man in rund zwei Stunden erreicht. Hier sollte man einkehren, denn es befinden sich am weiteren Weg bis knapp vor dem Tagesziel keine Einkehrmöglichkeit mehr. In meinem Fall hatte das Alois-Günther-Haus am Stuhleck noch geschlossen. Dafür stand vor dem Haus eine Bierzapfstation zur eigenverantwortlichen Entnahme von Bier gegen Spende. Super!

Vom Stuhleck geht es runter zum Pfaffensattel und dann wieder hinauf zum lieblichen Harder Kogel, der sich perfekt für eine Mittagsrast anbietet. An heißen Tagen kommt einem hier erstmals der Gedanke, dass der mitgenommene Wasservorrat nicht reichen könnte. Die Sonne knallt herunter und man hat erst die Hälfte der Tagestour hinter sich. Irgendwie hofft man, es würde später eine Einkehrmöglichkeit am Feistritzsattel geben, wird aber enttäuscht werden.

Nach rund 7 Stunden erreicht man beim Aufstieg auf den Hochwechsel die erste Labestation in Form einer Alm.

Die Etappe 1b ist äußerst aussichtsreich und wunderschön (sicherlich die schönste Etappe des ganzen alpannonia), aber auch sehr selektiv. Man sieht das Tagesziel, den Hochwechsel, bereits beim Start in weiter Ferne – und es rückt nur langsam näher. Man überschreitet letztlich 2 Berge und mehrer Gipfel sowie 2 Sättel. Es geht also stetig bergauf und bergab. Sehr anstrengend. Man freut sich sehr, wenn man das Wetterkoglerhaus endlich erreicht hat. Hier geht es erst mal ab in die Dusche (5 Minuten kosten 3 Euro). Das Abendessen bzw. den Schlummertrunk gibt es mit wunderbarer Aussicht auf der Terrasse der Hütte. Schöner kann man einen Tag kaum ausklingen lassen.

Siehe auch: Stuhleck-RundeVom Pfaffensattel über den Großen Pfaff zum Harder Kogel, Hochwechsel

Etappe 2: Vom Hochwechsel hinab nach Mönichkirchen

Nach zwei Tagen mit vielen Höhenmetern im Anstieg ist dies jene Etappe, die das Randgebirge östlich der Mur de facto hinter sich lässt und in den pannonischen Raum überleitet. Kurzum: es geht im Grunde nur bergab. Das ist gut!

Nach rund 1,25 Stunden erreicht man eine der schönsten Stellen dieser drei Tage überhaupt: den Niederwechsel. Wunderschön mit herrlichem Panorama und eingebettet in eine liebliche Almlandschaft – so präsentiert sich dieser Gipfel. Der Niederwechsel lohnt sich sicherlich auch als eigenständiges Ziel sehr!

Vom Niederwechsel geht es über die geologisch durchaus interessante Steinerne Stiege zum Hallerhaus. Hier kann man sich eine Einkehr gönnen, bevor man nach Mönichkirchen (über die Skipiste) absteigt. Ab dem Hallerhaus trifft man wieder viele Leute – ein Kulturschock nach zwei Tagen in relativer Einsamkeit.

In Mönichkirchen endet diese kurze, aber sehr schöne Etappe.

Siehe auch: Mönichkirchner Schwaig: Hallerhaus-Runde und Rollerbahn

Fazit: Eine ambitionierte, wunderschöne Drei-Tages-Tour über einige wesentliche Berge der Wiener Hausberge. Super!

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