Turmsteig (II) und Baumgartnerturm (III)

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Steigname: Turmsteig / Baumgartnerturm
Schwierigkeitsgrad Erwachsene: II / III
Schwierigkeitsgrad Kinder: II+ / III
Zustieg: ca. 50 Minuten
Steiglänge: ca. 200 Höhenmeter
Kletterzeit: ca. 150 Minuten

Niemand wird den Turmsteig gehen, ohne den namengebenden Baumgartnerturm zu besteigen. Obwohl sich der Steig auch ohne Turm sehr lohnt und wirklich schön ist. Aber eine kühne Felsnadel zu besteigen ist dann doch noch das Tüpfelchen auf dem i.

Die Tour startet – wie so viele andere auf die Hohe Wand auch – in Grünbach am Schneeberg beim Seiser Toni. Von dort aus folgt man der Straße zwischen den Häusern und dem Wegweiser zum Wagnersteig. Diesem folgt man bis zum blau markierten Wandfußsteig. Ist dieser erreicht, folgt man ihm nach rechts bis zum Einstieg des neuen Gebirgsvereins-Klettersteiges. Nun ist die Orientierung ein bisschen schwieriger. Im Wesentlichen folgt man einem der vielen Steiglein bergan und sobald man einen roten Punkt an einem Baum sieht, folgt man diesem. Was sich leicht anhört, entpuppt sich vor Ort als ziemlich unübersichtlich.

Irgendwann erreicht man trotzdem den Einstieg zum Turmsteig. Dieser ist ident mit dem Einstieg zum Wildenauersteig, da sich beide Steige die erste Seillänge teilen. Diese erste Seillänge ist erdig und schroffig, aber durchaus hübsch. Alsbald – nämlich nach dem ersten Stand – folgt der schönste Teil des Turmsteigs: eine wirklich schöne, sehr steile Rinne. Dieser folgt man zuerst bis zur Durchgangshöhle zum Wildenauersteig (Stand) und danach bis zum Fuße des Baumgartnerturms. Verirren kann man sich dabei nicht, denn der Turmsteig ist mit roten Punkten markiert und außerdem sehr gut mit Bohrhaken ausgestattet. Dort wo beim Bohrhaken auch noch ein Ring ist, sind die Stände. Dazwischen braucht man jeweils 3 Expressen. Auf diesem Steig wurde – trotz seines relativ niedrigen Schwierigkeitsgrades – nichts dem Zufall überlassen und die Route fulminant eingebohrt. Das stört aber nicht. Im Gegenteil.

Die schwierigste Stelle in der steilen Rinne würde ich mit II+ bewerten. Es handelt sich dabei um eine extrem abgeschmierte Stufe, die früher sicher einfacher zu erklimmen war.

Hat man den Turmkessel erreicht, steht auch schon die (optionale) Besteigung des imposanten Baumgartnerturms bevor. Dieser ist über den Normalweg letztlich doch verblüffend einfach – wenn auch klarer Weise sehr ausgesetzt – zu bezwingen. In der Literatur mit II bewertet, kommt mir die Route unterbewertet vor. Ich würde von einem tadellosen IIIer sprechen. Am Turm bietet es sich geradezu an, eine Pause einzulegen, die Blicke schweifen zu lassen und den Klettersteig-Kletterern am Gebirgsvereinssteig und am Wildenauersteig zuzuwinken. Natürlich darf auch ein Eintrag ins Gipfelbuch nicht fehlen, bevor man die Reise nach unten antritt. Es wird abgeseilt und dafür gibt es mehrere Abseilpunkte.

Wieder am Fuße des Turmes angelangt, geht es nun im Turmkessel weiter – immer der Wand entlang. Eine etwas erdige, aber landschaftlich wunderschöne Sache. Über Wurzeln geht es – eigentlich in einem Gehgelände – vorbei am Freundschaftssteig bis zu einer heiklen Querung. Diese ist allerdings mit einem – recht antiken, aber festen – Ketterl versichert und damit ist diese Stelle eigentlich mehr B als II+. Quasi eine Mini-Klettersteig-Sequenz mitten im Turmsteig.

Nach dieser Stelle geht es noch – recht erdig, aber interessant – über Schroffen entlang bis zum Ausstieg. Am besten folgt man ab dort dem Weg zur Großen Kanzel und gönnt sich dort eine Rast mit wunderbarer Aussicht. Der Abstieg erfolgt über den – zum Beispiel vom Wagner- oder Springlessteig her bekannten – Grafenbergweg.

Fazit: Ein sehr schöner, gemütlicher Klettertag auf einem wunderbaren, abwechslungsreichen Anstieg (Turmsteig) samt Besteigung eines rassigen Turms (Baumgartnerturm). Der III. Grad wird dabei nicht überschritten. Die Kletterschuhe können also zu Hause bleiben.

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