Zwei Tage am höchsten Berg Niederösterreichs

Von April bis Ende Oktober bietet es sich an, den Schneeberg wandertechnisch zu erkunden. Davor und danach haben die meisten Hütten am Berg geschlossen und der höchste Berg Niederösterreichs gehört ganz den Skitouren- und Schneeschuhgehern.

Ich möchte hier eine Tour vorstellen, die durchaus ambitioniert, aber dann doch auch familientauglich (mit größeren Kindern) ist. Man könnte sie noch ausdehnen oder aber auch abkürzen. Das Tagesziel sollte aber jedenfalls die grandiose Fischerhütte sein. Dort hat man nicht nur eine wundervolle Aussicht, sondern auch ein gepflegtes Nachtlager, super Essen, ein gutes Bier und herzliche, junge Wirtsleut. Ein Aufenthalt ist ein Genuss in jeder Hinsicht!

Tag 1: Quer rüber und rauf

Die 2-Tages-Tour beginnt beim Sessellift in Losenheim. Mit diesem geht es rauf zur Edelweißhütte, wo der nördliche Grafensteig beginnt. Grundsätzlich gibt es den nördlichen und den südlichen Grafensteig und man könnte über diese an einem (laaangen) Tag den ganzen Schneeberg umrunden. Ganz Sportliche schaffen das auch inklusive Gipfelsturm – was insgesamt eine reine Gehzeit von rund 10 Stunden ausmacht. Aber so sportlich wollen wir es nicht anlegen. Der nördliche Grafensteig, der uns zur Haltestation Baumgartner der Schneebergbahn bringt und auch dort endet, reicht fürs Erste.

Man folgt also dem Steig stets bergauf und bergab für ca. vier Stunden. Aufmerksame Leser und Nachwanderer meiner Touren werden dabei bemerken, dass wesentliche Teile des Grafensteigs bereits von anderen Touren bekannt sind (Rieshütte, verschlungene Pfade). Besonders schön und aussichtsreich wird der nördliche Grafensteig ab der Einmündung des Schneidergrabens. Hier geht zwar meistens der Wind, die Landschaft ist aber wirklich toll!

Nach einer Mittagspause in der Haltestation Baumgartner steht der satte Wanderer nun vor der Wahl: über den Bahnwanderweg rauf zur Bergstation, oder doch lieber in den Zug einsteigen (und für die bequeme Bergfahrt rund 18,00 Euro berappen)? Wir haben uns diesmal für die Luxusvariante Zug entschieden. Tickets gibt es in der Haltestation.

Mit dem Zug erreicht man in Kürze die Bergstation und damit das Plateau des Schneebergs. Der Weg führt weiter zum Damböckhaus. Nun hängt alles vom Wetter ab: ist der Schneeberggipfel – das Klosterwappen – samt Sendeanlage sichtbar, dann wählt man von dieser Schutzhütte aus den Weg zum Gipfel, von wo aus man eine tolle Aussicht in alle Richtungen hat. Schaut der Gipfel nur manchmal aus den Wolken heraus, so geht man am besten gleich zur Fischerhütte und hebt sich – so wie wir – den Gipfel für den nächsten Tag auf.

Tag 2: Zum Gipfel, hinunter und quer rüber

Frühstücken dauert in der Fischerhütte länger. Einfach weil es gut ist und man sich nicht wirklich trennen mag. Das machte uns aber nichts aus, da über Nacht ohnehin der Herbst Einzug hielt und zum Nebel vor der Tür auch noch Eis gekommen ist. Erst am späten Vormittag lichteten sich die Wolken und einem Gipfelsturm stand nichts mehr im Wege. Von der Fischerhütte zum quasi gegenüberliegenden Gipfel geht es fast eben und sehr bequem.

Vom Gipfel geht es zurück zur Fischerhütte und man ist geneigt, gleich wieder einzukehren. Irgendwann muss man aber runter und da der Abstieg über den Schauerstein erfolgt, fällt das auch gar nicht schwer. Es gibt wohl kaum einen aussichtsreicheren Weg in den gesamten Wiener Hausbergen, als die ersten 1,5 Kilometer auf diesem Abstieg. Wunderbar!

Der Weg führt weiter zum Fleischer-Gedenkstein und vorbei am Ochsenboden zum Almgatterl. Dieser Abschnitt bietet zwar keine Aussicht mehr, dafür aber lernt man den Schneeberg von seiner romantischten und kitschigsten Seite kennen. Denn der Wald, den man durchquert ist ein wahrer Märchenwald.

Vom Almgatterl quert man zurück zur Edelweißhütte, wo sich eine Einkehr immer lohnt. Hier kann man auch nochmal eine schöne Aussicht genießen, bevor es hinunter zum Parkplatz des Sesselliftes geht und die Tour damit beendet ist.

Fazit: Eine spannende, abwechslungsreiche und verhältnismäßig bequeme Tour auf und über den höchsten Berg Niederösterreichs. Sehr, sehr fein und aussichtsreich!

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