Weg der Sonne

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Bei meinem letzten Versuch, den Weg der Sonne zu bewandern, machte mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Im Zuge der Markierung des Weges für den Alpenverein-Gebirgsverein gelang kurz später aber eine vollständige Begehung bei allerbestem Sommerwetter.

Ausgangspunkt war wieder Hinternaßwald, von wo aus es zuerst zur Karlalm und dann zum Ochsenboden ging. Zu Mittag haben wir wieder beim Lurgbauer gegessen – und zwar ausgezeichnet. Gestärkt geht es danach weiter bis zur Abzweigung zum Windberg, dessen Gipfel diesmal bestiegen wurde. Er bietet eine wirklich tolle Aussicht in alle Richtungen und ist für mich persönlich einer der schönsten Blickpunkte in den Wiener Hausbergen.

Beim Abstieg vom Windberg kommt man beim Michlbauern vorbei. Eine Einkehr lohnt aber insofern nicht, als dass das Tagesziel schon in Greifweite liegt. Nur noch die Alm überqueren und man ist somit nach ca. 6,5h am Schneealpenhaus, wo ein gediegenes Abendessen aus der ausgezeichneten Küche wartet.

Am nächsten Tag heißt es zeitig aufstehen. Erstens wegen des wunderbaren Sonnenaufgangs, der vom Schneealpenhaus zu beobachten ist und zweitens, weil ein langer Tag vor einem liegt. Zuerst geht es wieder zurück zur Lurgbauerhütte, wo eine Einkehr für einen zweiten morgendlichen Kaffee verlockend klingt. Der Lurgbauer ist für einige Zeit auch die letzte Einkehrmöglichkeit.

Von der Lurgbauerhütte aus folgt man dem Weg bergab wieder bis zum Ochsenboden und weiter – nun sehr steil – zum Naßkamm hinunter. Diesen quert man bis man bei der – unbewirtschafteten – Gamseckerhütte vorbei kommt, wo ein Bankerl und ein Tischerl zur Rast einladen. Diese sollte man jedenfalls einlegen, denn ab nun geht es wieder steil bergan. Zuerst in den Sattel zwischen Rax und Grabnergupf und dann über das Zahme Gamseck empor zur Heukuppe – der höchsten Erhebung der Rax. Das Zahme Gamseck ist ein Klettersteig im Schwierigkeitsgrad A/B und hier näher beschrieben.

Ist man erst mal auf der Heukuppe angekommen, so hat man bereits fast alle der rund 2.200 Höhenmeter im Aufstieg, die der Weg der Sonne auf seinen insgesamt etwas mehr 35 Kilometern bereit hält, hinter sich. Von nun an geht es bergab. Zuerst wieder mit bester Aussicht gen Wiener Neustädter Becken zum Karl-Ludwig-Haus und von dort weiter zum Ziel des zweiten Tages: dem Habsburghaus.

Beste Aussichten und Fernblicke sind übrigens ein Wesensmerkmal des Weges der Sonne, das einen die ganze Zeit hindurch begleitet. Und natürlich die fulminanten Sonnenauf- und -untergänge. Dabei zählt der Sonnenuntergang am Habsburghaus wohl zu den schönsten Erlebnissen, die man in den Wiener Alpen haben kann.

Am dritten Tag geht es schließlich relativ bequem über den Kaisersteig zurück nach Hinternaßwald. Dabei kann man die letzten beiden Tage mental wunderbar ausklingen lassen und die letzten Eindrücke in sich aufsaugen.

Fazit: Mit mehr als 35 Kilometern Länge, der Überwindung von rund 2.200 Höhenmetern im Aufstieg und der Begehung einer Klettersteigpassage ist der Weg der Sonne sicherlich nichts für Menschen ohne hinreichende Grundkondition. Für alle anderen ist es der vielleicht schönste Weg in den gesamten Wiener Hausbergen.

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