Etappe 1: Finkenberg – Gamshütte

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Der Berliner Höhenweg startet bei der Teufelsbrücke in Finkenberg. Am besten, man reist – egal von wo – mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. Mit dem Zug nach Jenbach, mit der Zillertalbahn nach Mayrhofen und dann wenige Stationen mit dem Autobus bis zur Teufelsbrücke – und schon kann es losgehen.

Durch hellen Wald geht es über den Hermann-Hecht-Weg (Nr. 533) rasch bergan. In unzähligen Kehren überwindet man mehr als 1.000 Höhenmeter und ab dem zweiten Drittel lichtet sich der Wald zu einer großflächigen Rodung und man kann bereits die eine oder andere Aussicht genießen. Das Highlight dieser ersten Etappe ist aber das letzte Drittel! Durch märchenhaften Urwald mit Farnen, Blumen und Felsen, die sich zu kleinen Höhlen formen, erreicht man schließlich die Abzweigung zur Gamshütte. Das einzige Problem beim Wandern durch den Urwald: durch die lange Anreise (mein Tag begann um 4:00 und ich startete in Finkenberg um ca. 14:30) ist man doch schon ziemlich müde, und so bleibt der Genuss der extrem schönen Landschaft etwas auf der Strecke.

Der Hermann-Hecht-Weg ist sehr komfortabel und ohne Schwierigkeiten.

Die Gamshütte hat kein Warmwasser (auch nicht – wie bei Hütten oft üblich – gegen Kauf eines Dusch-Jetons), dafür aber bestes Essen und ein sehr nettes und um das Wohl der Gäste besorgtes Hüttenteam. Da die Hütte nur 38 Schlafplätze hat, empfiehlt sich eine Reservierung im Voraus. Zwei Tage im Voraus war in unserem Fall zu kurzfristig und wir mussten im Gastraum schlafen. Das war aber kein Problem, denn Matratzen, Decken und Pölster wurden vom Hüttenteam zur Verfügung gestellt. Oft ist es besser in einem Gastraum am Boden zu sechst zu schlafen, als in einem Lager auf einem Bett zu zwölft.

Von der Gamshütte aus reservierten wir alle anderen Hütten und waren somit maximal flexibel unterwegs. Für Wanderer, die gerne im Voraus planen, gibt es aber auch eine Trekkingpauschale, bei der man die Tour im Voraus bucht und das Tourismusbüro in Mayrhofen sämtliche Hütten reserviert. Ich finde das allerdings für nicht notwendig und habe es lieber, ich kann mich kurzfristig entscheiden, wann ich die Reise beginne und wo ich wie schlafen möchte.

Fazit: Ein relativ kurzweiliger Anstieg und ein laaaanger erster Tag gehen auf einer netten, kleinen Hütte zu Ende. Besser kann man eine Tour nicht beginnen.

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