Auf den Schneeberg über verschlungene Pfade

Auf den Schneeberg, den höchsten Berg Niederösterreichs, gibt es viele Wege. Der bequemste ist sicherlich jener mit der Zahnradbahn bis (fast) auf den Gipfel.

Wer es (viel) sportlicher will, wählt meist einen der Aufstiegsklassiker: Herminensteig oder Fadensteig. Wir wollten letztens den Oberen Herminensteig (Schwierigkeitsgrad I+) bewältigen und starteten unseren Aufstieg daher im Schneebergdörfl. Von dort führt steil, aber eigentlich recht bequem, der Schneidergraben empor, der den Nördlichen Grafensteig kreuzt. Zu diesem muss man gelangen, um den Oberen Herminensteig zu erreichen. Es gäbe auch – einen relativ unlohnenden – Unteren Herminensteig (Schwierigkeitsgrad II), der ebenfalls im Nördlichen Grafensteig mündet. Dieser ist aber weitaus gefährlicher und auch schwieriger zu meistern als der Schneidergraben.

Hat man den Nördlichen Grafensteig erreicht, folgt man diesem (im Falle des Aufstiegs über den Schneidergraben) nach links, bis der Einstieg zum Oberen Herminensteig erreicht ist. Der Obere Herminensteig folgt einem Grat und besteht aus leichter Schroffenkletterei im untersten Schwierigkeitsgrad. Das ist bei guten Bedingungen zwar wunderschön, allerdings zwangen uns massive Sturmböen, die Route zu ändern. Das macht nichts, denn Sicherheit hat Vorrang. Außerdem ist jede Route auf den Schneeberg schön. Die hier vorgestellte ist vermutlich eine der einfachsten, abwechslungsreichsten und familientauglichsten. Allerdings auch eine, die dem Wanderer Ausdauer und Kondition abverlangt.

Statt den Oberen Herminensteig zu beschreiten, folgt man einfach weiter dem Nördlichen Grafensteig für längere Zeit abwechslungsreich und manchmal auch sehr aussichtsreich, bis dieser den Damböcksteig kreuzt (und später in den Südlichen Grafenbergsteig überginge). Über den Damböcksteig geht es – meist mit Blick auf die Zahnradbahn – bis zum Elisabethkirchlein und schließlich zum Gipfel des Waxriegels. Diesen hätte man auch über den Herminensteig erreicht.

Vom Waxriegel aus genießt man eine wunderbare Aussicht und ein Aufstieg lohnt sich wirklich, bevor man sich im Berghaus Hochschneeberg eine üppige Mahlzeit gönnt.

Zurück ins Tal geht es danach über den Damböcksteig zur Zahnradbahnstation Baumgartner (Wuchteln kaufen!), und von dort weiter über markierten Steig ins Mieseltal. Hat man dieses schließlich erreicht, hat man es schon fast wieder geschafft und das Schneebergdörfl ist nicht mehr weit.

Fazit: Eine lange, sehr schöne, aber sehr anstrengende Tour, auf der man viele Höhenmeter zurücklegt, die aber ohne technische Schwierigkeiten und daher durchaus familientauglich ist. Wer abkürzen möchte, kann den Schneeberg über den Oberen Schneidergraben oder den Oberen Herminensteig kürzer, aber schwieriger erreichen.

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