Tonion-Überschreitung

Im Mariazellerland liegt die Tonion – ein rund 1.700 Meter hoher Berg, den zu besteigen es sich  wirklich lohnt. Wer den Göller mag, wir die Tonion lieben! Ist sie doch noch lieblicher, noch aussichtsreicher und vor allem auch noch abwechslungsreicher.

Die Tour startet nahe Gußwerk in Fallenstein beim Gasthaus Eder. Von dort geht es über einen Güterweg taleinwärts bis zur Abzweigung zum Lechnerbauern, der man folgt. Beim Lechnerbauern verlässt man schließlich bald den Güterweg und die Tour wird auf Waldwegen und Steigen fortgesetzt. Zuerst geht es noch durch lichten Wald, bis man kurz vor der Tonionhütte eine Weide betritt. Die Hütte ist zwar nur an Wochenenden und Feiertagen im Sommer bewirtschaftet, aber auch die Bankerl vor der geschlossenen Hütte laden zum Rasten ein.

Nach der Rast folgt der schönste Teil der rund 16,5 km langen Runde: die Überschreitung der Tonion bis zum Herrenboden. Von der Tonionhütte bis zum Gipfelkreuz ist es nicht mehr sehr weit und man sollte dieses nach insgesamt rund 2,5 Stunden ab dem Gasthaus Eder erreichen. Am Gipfel gilt es, eine längere Rast einzuplanen. Denn das Panorama ist wunderschön! Während in der einen Richtung der Hochschwab grüßt, kann man den Blick weiter schweifen lassen: zuerst gen Mariazell und Ötscher, dann weiter zum Göller und Gippel, zu Schneeberg, Rax und Schneealm und schließlich zur Hohen Veitsch. Ein wahrlich schöner Anblick, an dem man sich kaum satt sehen kann.

Nach langer Rast und Gipfeljause könnte man nun einfach auf dem Weg, auf dem man gekommen ist, wieder absteigen. Mit Kindern würde ich das empfehlen. Wer jedoch noch mehr von der wunderschönen Aussicht in sich aufsaugen will, der überschreitet die Tonion und macht sich auf den Weg zum Herrenboden. Der Weg dorthin ist in jeder Hinsicht wunderschön und auf der Herrenbodenalm können sich müde Wanderer für die letzte Etappe nochmal stärken.

Diese letzte Etappe ist quasi die kleine Schwachstelle der Tour. Vom Herrenboden geht es über einen Waldsteig noch fesch zur Schöneben. Und hier ist der Moment, an dem sich der Spaß aufhört. Denn von Schöneben aus geht es auf dem vom Start her bereits bekannten Güterweg über etwas mehr als 5 km nahezu eben entlang eines rauschenden Baches zurück zum Gasthaus Eder. Was sich bequem und romantisch anhört, entpuppt sich als ziemlich langatmiger Hatscher. Rückblickend ist das nicht so schlimm, weil der Rest der wunderschönen Tour dafür mehr als entschädigt. Aber während man so dahin latscht am Güterweg, stellt man sich schon ab und an die Sinnfrage. Und ehrlich: ich würde die Runde genau so wieder gehen.

Wer die Tour dennoch massiv abkürzen möchte, dem kann ich folgende Variante empfehlen: Fahrt mit dem Auto bis Schöneben. Von dort Aufstieg über den Herrenboden auf die Tonion. Abstieg zur Tonionhütte und von dort Rückkehr zur Schöneben über einen Jagdsteig (unmarkiert).

Fazit: Diese Tour muss man machen! Egal ob in der Lang- oder Kurzform – die Tonion ist jede Mühe wert!


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