Über den Kesselgraben zur Gloggnitzer Hütte

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Ein Aufstieg über den Kesselgraben ist eine der ruhigsten und ursprünglichsten Möglichkeiten, das Plateau der Rax zu erreichen. Wer es einfacher will, der steigt über den Kesselgraben auf und fährt mit der Raxseilbahn wieder ins Tal. So haben wir es gemacht. Der Nachteil: man braucht dann zwei Autos – eines, das man am Seilbahparkplatz stehen lässt und eines, mit dem man zum Startpunkt der Tour fährt. Wer das nicht will, kann z.B. über den Hoyos-Steig oder den Gaislochsteig im Höllental aufsteigen und über den Kesselgraben absteigen.

In diesem Fall steigen wir also über den Kesselgraben auf. Dieser eher weniger begangene Weg führt durch den nämlichen Graben, der sich manchmal enger zeigt, manchmal sehr breit wird und Blicke auf die Nebengräben freigibt. Am Rande des schmalen Steiges, der durch die vielen Farne und Gräser ziemlich feucht ist, wächst eine Vielzahl botanischer Raritäten und Klassiker. Sehr schön und unerwartet üppig!

Nach etwa zwei Stunden verlässt der Weg den Graben und schließlich queren wir eine Forststraße. Schon bald erreicht man – nun auf einem breiteren Pfad – die wunderbar in einem Plateau-Tal der Rax gelegene Gloggnitzer Hütte des Alpenverein-Gebirgsverein. Rund drei Stunden sind bis hierher vergangen und eine ausgiebige Rast bei einem guten Teller Suppe tut gut. Diese einfach bewirtschaftete, doch ungemein gemütliche Hütte kredenzt neben Suppen auch gute Säfte und Schnäpse der Region.

Von der Gloggnitzer Hütte wollen wir nun zur Bergstation der Raxseilbahn vordringen. Eine Weile noch geht es lieblich bergauf, bis sich das Wesen des Weges am Klobentörl schlagartig ändert. Auf einem versicherten Weg geht es nun eine steile Wand hinab zur Wolfgang-Dirnbacher-Hütte, einem einfachen Unterstand. Hier trifft man auch auf den Ausstieg des Gaislochsteiges.

Leicht bergan ist nun unser nächstes Ziel die fulminante Höllentalaussicht, einer der alpinsten Blickpunkte der Wiener Hausberge. Bei unserer Tour hatten wir leider nicht viel Zeit, das Panorama zu bewundern, da ein Gewitter aufzog und wir nun schnell Richtung Ottohaus bzw. zum Praterstern aufbrechen mussten. Als Gipfeloption (ohne Gewitter) würde der aussichtsreiche Jakobskogel lohnend sein. Diesen kennen wir aber ohnehin schon und so eilen wir zur Seilbahn, die uns trocken ins Tal bringt.

Fazit: eine sehr anregende, etwas längere Wanderung auf die Rax, die durch Einsamkeit und Ursprünglichkeit punktet. Landschaftlich sehr lohnend!

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