Neue-Welt-Rundwanderweg

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Viele meiner Touren finden in der Gegend um die „Neue Welt“ statt. Diese ist ein riesiger Kessel der umrahmt wird von der Hohen Wand auf der einen und dem Größenberg auf der anderen Seite. Schon lange schwirrte mir die Idee im Kopf herum, aus einer Umrundung dieses Kessels einen kleinen, aber sehr feinen Weitwanderweg zu machen. Gesagt getan. Ich nenne diese Wanderung „Neue-Welt-Rundwanderweg“, und schon bald wird sie unter neueweltwandern.at als Wanderwegtipp „meines“ Vereins gebirgsverein.at mit noch mehr Detailinfos abrufbar sein.

Leser des ALPENLAND|magazin wissen mehr, und daher darf ich den Weg hier vorab vorstellen. Die Etappe 1 wurde dabei vollständig von mir begangen. Am Ende der Etappe 2 überraschte mich leider ein massives Gewitter und so fehlt ein kleines Stück des eigentlichen Weges. Aber das macht nichts. Die Highlights von Tag 2 konnte ich bei bestem Wetter begehen und festhalten.

Etappe 1: Wöllersdorf – Größenberg – Springlessteig – Hubertushaus

Der „Neue-Welt-Rundwanderweg“ startet in Wöllersdorf, wobei sich der Einstieg in den Weg bei der Tankstelle vis-a-vis des Bahnhofes Wöllersdorf befindet. Man kann also entweder per Bahn, oder per Auto anreisen. In letzterem Fall parkt man am nahen P&R-Parkplatz (so wie ich).

Kurz geht es auf dem Asphalt entlang einer Nebenstraße der Bundesstraße bzw. Autobahn. Schon bald erreichen wir aber in den für diese Gegend so typischen Föhren-Mischwald. Wir folgen einmal schmaleren, dann breiteren Wegen gefolgt. Manchmal sind diese gelb markiert, manchmal nicht.

Tipp: Solange der „Neue-Welt-Rundwanderweg“ nicht ausgeschildert ist empfehle ich dringend, ein GPS-Gerät mitzunehmen und dem hier angebotenen GPS-Track zu folgen.

Nach einer guten Stunde wird das ehemalige Waldwirtshaus erreicht, das man aber rechts liegen lässt. Ein kurzer, steiler Aufstieg führt auf den Weg zum Sattel zwischen Burgstall und Zimsesberg, von wo aus der Aufstieg auf den Größenberg beginnt. Zuerst erreichen wir ein Gipfelkreuz mit tollem „Neue-Welt“-Blick auf einem Scheingipfel und nach kurzem weiteren Aufstieg schließlich den Gipfel mit Aussicht und Rastbankerl. Nach zwei Stunden Gehzeit kommt dieses gerade recht.

Zuerst steil bergab, dann zünftig bergauf wandern wir nun weiter auf den Engelsberg. Ein kleiner Abstecher führt zur letzten Aussicht auf die Neue Welt für längere Zeit. Wir folgen dem Kamm des Engelsbergs kurz, um danach auf einem sehr steilen Jagdsteig zu wechseln, der uns wieder auf einen schönen Weg führt. Hier ist etwas Orientierungssinn gefragt.

Weiter geht es zur (gesperrten) Ruine Emmerberg und von dort hinab in den Ort Emmerberg. Ein kurzes Straßenstück führt zu einer ehemaligen Pizzeria. Früher hätte diese – nach dem Waldgasthof – die zweite Einkehrmöglichkeit geboten. Heute gibt es auf dieser Etappe gar keine Einkehrmöglichkeit mehr.

Tipp: Da man fast 25 Kilometer unterwegs ist und dabei nahezu 1.000 Höhenmeter überwindet, ist daher unbedingt darauf zu achten, genug Jause dabei zu haben!

Schon bald erreichen wir wieder einen Weg, der uns sehr hübsch zuerst im Wald, dann an der Waldgrenze mit schönem Ausblick in den kleinen Ort Netting bringt. Dort gibt es zwar am Weg auch kein Wirtshaus, aber dafür eine kleine Dorfkapelle mit Brunnen. Ideal zum Auffüllen der Wasserreserven.

Nun folgt ein kleines Straßenstück, bei dem man immer wieder versucht ist, einen der Waldwege zu benutzen. Siehe auch meinen GPS-Track 🙂 … Allein: keiner dieser Wege führt parallel zu Straße – auch wenn man dies vermuten würde. Besser also, wir bleiben gleich auf der Straße und folgen ihr bis zu einem Waldweg, auf den eine rote Markierung abzweigt. Dieser führt – äußerst hübsch – zum Wanderparkplatz Oberhöflein. Auch hier wartet ein Brunnen auf durstige Wanderer. Hier sollte man ohnehin nochmals rasten, denn nun beginnt der Springlessteig.

Der Springlessteig führt zuerst einfach, dann immer steiler werdend zur beeindruckenden Hochfallwand. Dort geht der Steig in einen einfachen Klettersteig (A) über, der direkt beim Etappenziel, dem Hubertushaus endet.

Am Hubertushaus wartet das Wirteteam rund um die Pächterin Andrea mit allerlei Schmankerl auf. Einem sehr netten Abend steht damit nichts mehr im Wege.

Etappe 2: Hubertushaus – Leitergraben – Skywalk – Felsenpfad – Hergottschnitzerhaus – Dreistetten – Wöllersdorf

Tag zwei dieses zweitätigen Rundwanderwegs führt uns sehr lange entlang der Abbrüche der Hohen Wand und ist damit geprägt von fantastischen Ausblicken, eindrucksvollen Tiefblicken und sehr viel ursprüngliches Naturerlebnis im Naturpark Hohe Wand.

Nach dem ausgiebigen Frühstück am Hubertushaus geht es zuerst mal zum Leitergraben, einem Einschnitt im Plateau der Hohen Wand. Steil bergab geht es bis zum Grund des Grabens mit seiner beeindruckenden Höhle, um gleich darauf steil wieder das ursprüngliche Plateauniveau zu erreichen. Dort wartet ein aussichtsreiches Bankerl, das zum Verschnaufen einlädt.

Nun geht es – vorbei am Hochkogelhaus und dem Gasthaus Luf durch schönen Wald zum GH Postl. Nach einer kleinen Einkehr ist es nicht mehr weit bis zur Postlwiese – einem beliebten Paragleiter-Startplatz und dem naheliegenden Skywalk. Dieser bietet wunderschöne Ausblicke weit über die Neue Welt hinaus – bis nach Ungarn auf der einen Seite und den Schneeberg auf der anderen Seite. Und natürlich kann man von hier auch die Neue Welt, diesen wunderschönen und weitläufigen Kessel genau unter die Lupe nehmen.

Wir folden nun den Wandabbrüchen und passieren zahlreiche Ausstiege klassischer Kletterrouten und Steige. Man kommt auf dieser Strecke aus dem Staunen kaum heraus. Bald ist der Almfrieden – früher Gasthaus, jetzt Wohnanlage – erreicht, von wo kaum merkbar der etwas verwilderte Leiterlsteig abzweigt, dem wir folgen. Der Steig führt quert die Mautstraße und führt uns schließlich – in einer Variante, die etwas Orientierungssinn verlangt – zum Kohlröserlhaus und dem sehr empfehlenswerten Felsenpfad. Dieser ist eine künstliche, beeindruckende Anlage im Fels und ein mindestens so lässiges Highlight wie der Skywalk zuvor.

Weiter wird wieder den immer lieblicher werdenden Wandabbrüchen gefolgt, bis schließlich das Hergottschnitzerhaus zur Mittagszeit erreicht wird. Eine Einkehr lohnt einerseits wegen der tollen Aussicht auf der Terrasse und andererseits wegen der guten Küche, die der ausgezeichneten Küche des Hubertushauses sehr nahe kommt.

Beim Hergottschnitzerhaus endet die Hohe Wand und nun heißt es absteigen. Als Weg wird der abenteuerliche, aber einfache Drobilsteig gewählt – ein leichter Klettersteig im Schwierigkeitsgrad A. Der Weg führt weiter zur Einhornhöhle, die an Wochenenden besichtigt werden kann und erreicht am Einstieg zum Währinger-Steig das Tal in Dreistetten.

Von nun an wandert man den Rest der Strecke – vorbei am Zitherwirt, wo ich selbst vom Gewitter eingeholt wurde und abbrach – wieder durch schönen Wald, der schließlich zurück zum Ausgangspunkt in Wöllersdorf führt.

Fazit: Eine anstrengende, wunderbare Wanderung rund um die Neue Welt. Die Natur rund um die Hohe Wand und auf der Hohen Wand kann man nicht besser erleben. Große Empfehlung meinerseits!

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