Den Klimawandel kann man ignorieren. Verschwinden wird er davon nicht.
Du kannst ein YouTube-Short mit einem Finger wegwischen.
Du kannst eine unangenehme Nachricht wegklicken.
Du kannst auch behaupten, der menschengemachte Klimawandel sei erfunden.
Nur eines funktioniert nicht:
Den Klimawandel wegwischen.
Deshalb gibt es #NichtWegwischen.
Diese Seite soll niemanden dazu bringen, mir etwas zu glauben. Im Gegenteil: Hier findest Du Messdaten, wissenschaftliche Quellen und Antworten auf einige der häufigsten Argumente gegen den menschengemachten Klimawandel.
Prüfe die Quellen. Bilde Dir selbst eine Meinung. Und entscheide dann, ob Nichtstun wirklich eine vernünftige Option ist.
Das Video zur Kampagne

Klimawandel in Österreich: Wie viele Rekorde brauchen wir eigentlich noch?
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Was passiert gerade in Österreich?
Stand der folgenden aktuellen Daten: 11. August 2026
40,3 °C – neuer österreichischer Julirekord
Am 31. Juli 2026 wurden an der Wetterstation Wieselburg in Niederösterreich 40,3 °C gemessen.
Damit wurde der bisherige österreichische Julirekord von 39,7 °C aus dem Jahr 1983 deutlich übertroffen.
Der Juli 2026 war insgesamt der viertwärmste Juli in der 260-jährigen österreichischen Messgeschichte.
40,3 °C
Wieselburg, 31. Juli 2026
Neuer österreichischer Julirekord
157 Wetterstationen mit neuen Juni-Rekorden
Auch der Juni 2026 war außergewöhnlich.
An 157 von 277 Wetterstationen der GeoSphere Austria wurden neue Rekorde beim absoluten Temperaturhöchstwert für einen Juni gemessen.
112 dieser Stationen verfügen über Messreihen von mehr als 30 Jahren. An 45 Stationen reichen die täglichen Temperaturaufzeichnungen mindestens 80 Jahre zurück.
An 66 Wetterstationen wurde sogar ein neuer absoluter Jahresrekord gemessen.
Das sind keine einzelnen Thermometer irgendwo auf einem heißen Parkplatz.
Das ist ein österreichweites Messnetz.
Hitzewellen dauern heute deutlich länger
Noch wichtiger als einzelne Rekordtemperaturen ist der langfristige Trend.
Eine Analyse der GeoSphere Austria für die Landeshauptstädte zeigt:
Die stärksten Hitzewellen dauern im heutigen Klima im Mittel rund sieben Tage länger als um 1960.
Das entspricht einer Zunahme von ungefähr 140 Prozent.
Auch flächendeckende Auswertungen zeigen deutlich mehr extreme Hitzetage und Tropennächte als im Vergleichszeitraum 1961 bis 1990.
Und genau das ist der Unterschied zwischen Wetter und Klima.
Ein heißer Tag ist Wetter.
Eine über Jahrzehnte messbare Veränderung ist Klima.
Und dann fehlt auch noch das Wasser
2026 ist in Österreich nicht nur außergewöhnlich heiß, sondern auch außergewöhnlich trocken.
Von Jänner bis Juni 2026 fiel österreichweit 27 Prozent weniger Niederschlag als im Klimamittel.
In einigen Regionen lagen die Defizite zwischen 30 und 40 Prozent, im Osten teilweise bei bis zu 50 Prozent.
Bis Ende Juli verschärfte sich die Situation weiter.
Die GeoSphere Austria stellte fest, dass die ersten sieben Monate 2026 österreichweit zumindest seit Beginn des 20. Jahrhunderts nicht mehr so niederschlagsarm waren.
Auch der Juli allein gehörte zu den fünf niederschlagsärmsten Julimonaten der vergangenen 169 Jahre. Auf Österreich hochgerechnet fehlten gegenüber einer ausgeglichenen Julibilanz ungefähr 6,7 Milliarden Kubikmeter Wasser.
Bedeutet der Klimawandel automatisch weniger Regen?
Nein.
Und genau an dieser Stelle lohnt sich ein genauer Blick auf die Daten.
Für den Niederschlag im Juli zeigt die österreichische Messreihe laut GeoSphere Austria keinen signifikanten langfristigen Trend nach oben oder unten.
Gleichzeitig ist die Temperatur in den vergangenen fünf Jahrzehnten deutlich gestiegen. Dadurch steigt die Verdunstung.
Die Folge: Die klimatische Wasserbilanz – also vereinfacht das Verhältnis zwischen verfügbarem Niederschlag und Verdunstung – zeigt einen deutlich negativen Trend.
Es wäre deshalb unseriös zu behaupten:
„Der Klimawandel sorgt dafür, dass es jeden Sommer weniger regnet.“
Das sagen die Daten nicht.
Sehr wohl belegt ist aber, dass steigende Temperaturen die Verdunstung erhöhen und Trockenheit dadurch verschärfen können.
„Aber ein heißer Sommer beweist doch keinen Klimawandel!“
Richtig.
Ein einzelner heißer Tag beweist keinen Klimawandel.
Ein einzelner kalter Winter widerlegt ihn genauso wenig.
Klima beschreibt langfristige statistische Veränderungen.
Genau deshalb betrachten Klimaforscher:innen nicht den heutigen Nachmittag, sondern Messreihen über Jahrzehnte.
Und diese zeigen für Österreich einen klaren Trend zu mehr extremer Hitze und längeren Hitzewellen.
Der Sommer 2026 ist deshalb nicht der Beweis für den Klimawandel.
Er findet aber in einem Klima statt, das bereits deutlich wärmer geworden ist.
„Das Klima hat sich doch immer verändert!“
Ja.
Das Klima der Erde hat sich in ihrer Geschichte immer wieder verändert.
Daraus folgt aber nicht, dass die gegenwärtige Erwärmung natürliche Ursachen haben muss.
Die entscheidende Frage lautet:
Was verursacht die Erwärmung, die wir heute beobachten?
Der Weltklimarat IPCC fasst den internationalen Forschungsstand dazu eindeutig zusammen:
Menschliche Aktivitäten, insbesondere der Ausstoß von Treibhausgasen, haben die gegenwärtige globale Erwärmung verursacht.
Der IPCC stuft diese Aussage als eindeutig ein.
Es geht also nicht darum, ob sich das Klima früher schon verändert hat.
Es geht darum, warum es sich jetzt verändert.
„CO₂ ist doch natürlich!“
Auch das stimmt.
CO₂ kommt natürlich in der Atmosphäre vor.
Ohne den natürlichen Treibhauseffekt wäre die Erde für uns ein ausgesprochen ungemütlicher Ort.
Das Problem ist nicht die Existenz von CO₂.
Das Problem ist, dass menschliche Aktivitäten die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre erhöhen und dadurch den natürlichen Treibhauseffekt verstärken.
Der IPCC bewertet den menschlichen Einfluss auf die heutige globale Erwärmung als eindeutig.
Natürlich vorkommend bedeutet nicht automatisch harmlos.
Wasser ist ebenfalls natürlich.
Trotzdem möchtest Du keines in Deiner Lunge haben.
„Österreich ist doch viel zu klein, um das Klima zu retten.“
Stimmt ebenfalls – zumindest teilweise.
Österreich alleine kann den globalen Klimawandel nicht stoppen.
Ich alleine kann es auch nicht.
Du ebenfalls nicht.
Aber daraus folgt nicht, dass individuelles oder österreichisches Handeln wirkungslos wäre.
Sonst könnte schließlich jedes Land argumentieren:
„Wir alleine sind nicht verantwortlich.“
Und jeder Mensch:
„Auf mich kommt es nicht an.“
Das Ergebnis dieser Logik ist ziemlich vorhersehbar:
Niemand macht etwas.
Klimaschutz funktioniert deshalb nicht ausschließlich über individuelles Verhalten.
Er benötigt gleichzeitig:
- klimafreundlichere Technologien,
- geeignete Infrastruktur,
- politische Rahmenbedingungen,
- Veränderungen in Unternehmen und Wirtschaft
- und individuelle Entscheidungen.
Der IPCC kommt zu dem Ergebnis, dass nachfrageseitige Maßnahmen in den Bereichen Gebäude, Landverkehr und Ernährung zusammen mit geeigneter Infrastruktur und Technologie ein erhebliches globales Emissionsminderungspotenzial besitzen.
Was kann ich überhaupt tun?
Du musst nicht morgen Dein gesamtes Leben umstellen.
Und Du musst auch nicht glauben, mit einem richtig getrennten Joghurtbecher persönlich das Weltklima zu retten.
Es gibt aber Bereiche, in denen unsere Entscheidungen einen Unterschied machen.
1. Energie
Wo es möglich und sinnvoll ist:
Fossile Energie reduzieren und auf emissionsärmere Energiequellen umsteigen.
Dazu gehören beispielsweise erneuerbarer Strom, effizientere Gebäude und die Elektrifizierung von Anwendungen, die bisher fossile Brennstoffe benötigen.
Der IPCC nennt hohe Energieeffizienz, erneuerbare Energieintegration und emissionsarme Energieversorgung ausdrücklich als zentrale Optionen im Gebäudebereich.
2. Mobilität
Nicht jede Autofahrt lässt sich vermeiden.
Nicht jeder Mensch kann mit der Straßenbahn zur Arbeit fahren.
Wo Alternativen bestehen, gehören jedoch Gehen, Radfahren und öffentlicher Verkehr zu den Möglichkeiten, Verkehrsemissionen zu reduzieren.
Auch Elektrofahrzeuge können – insbesondere bei Strom aus emissionsarmen Quellen – die Treibhausgasemissionen des Straßenverkehrs über den Lebenszyklus deutlich reduzieren.
Es geht nicht um:
Auto böse – Fahrrad gut.
Es geht darum, für den jeweiligen Zweck eine möglichst sinnvolle Lösung zu verwenden.
3. Ernährung
Auch Ernährung verursacht Treibhausgasemissionen.
Der IPCC sieht in einer stärkeren Orientierung an pflanzlichen Lebensmitteln und einer Verringerung besonders emissionsintensiver tierischer Lebensmittel ein relevantes Klimaschutzpotenzial.
Das bedeutet nicht:
Ab morgen müssen alle vegan leben.
Es bedeutet:
Auch die Häufigkeit und Zusammensetzung unserer Ernährung macht einen Unterschied.
4. Weniger verschwenden
Produkte und Lebensmittel herzustellen benötigt Energie und Ressourcen.
Lebensmittelverluste und Lebensmittelverschwendung zu reduzieren gehört deshalb ebenfalls zu den Klimaschutzmöglichkeiten, die der IPCC ausdrücklich nennt.
Oft ist die nachhaltigste Anschaffung außerdem jene, die man gar nicht benötigt.
5. Nicht nur als Konsument:in denken
Vielleicht ist das sogar der wichtigste Punkt.
Wir sind nicht nur Konsument:innen.
Wir sind auch:
- Bürger:innen,
- Wähler:innen,
- Mitarbeiter:innen,
- Unternehmer:innen,
- Führungskräfte,
- Vereinsmitglieder,
- Investor:innen,
- Kund:innen
- und Menschen, die andere Menschen beeinflussen.
Klimaschutz wird nicht dadurch gelöst, dass acht Milliarden Menschen jeweils versuchen, privat vollkommen klimaneutral zu werden.
Gesellschaftliche Veränderungen entstehen auch durch Infrastruktur, Unternehmen, politische Entscheidungen und soziale Normen. Der IPCC beschreibt ausdrücklich dieses Zusammenspiel zwischen individuellen Entscheidungen, Technologie, Infrastruktur und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.
„Aber es ist doch ohnehin schon zu spät.“
Nein.
Das ist vielleicht einer der gefährlichsten Irrtümer in der gesamten Klimadiskussion.
Klimawandel funktioniert nicht wie ein Lichtschalter:
unter einem bestimmten Wert alles gut – darüber alles verloren.
Der IPCC kommt zu einem wesentlich differenzierteren Ergebnis:
Mit jedem zusätzlichen Ausmaß der globalen Erwärmung steigen mehrere Klimarisiken weiter an.
Umgekehrt können tiefe, schnelle und dauerhafte Emissionsreduktionen die weitere Erwärmung begrenzen.
Ob die Erde sich stärker oder weniger stark erwärmt, macht einen Unterschied.
Deshalb macht es auch einen Unterschied, wann und wie stark Emissionen reduziert werden.
Nichtstun ist keine neutrale Entscheidung.
Du musst mir nichts glauben
Dieser Punkt ist mir wichtig.
Glaub mir nicht, weil ich ein YouTube-Video gemacht habe.
Ich bin nicht Deine wissenschaftliche Quelle.
Prüfe stattdessen die Daten.
Für diese Seite verwende ich bewusst vor allem zwei Quellen:
GeoSphere Austria
Die GeoSphere Austria ist Österreichs nationaler Dienst für Geologie, Geophysik, Klimatologie und Meteorologie.
Von dort stammen die österreichischen Messdaten auf dieser Seite.
IPCC – Weltklimarat
Der Intergovernmental Panel on Climate Change bewertet und synthetisiert den internationalen wissenschaftlichen Forschungsstand zum Klimawandel.
Von dort stammen die Aussagen über Ursachen, Risiken und Möglichkeiten zur Begrenzung des Klimawandels.
Wenn Du einen Fehler auf dieser Seite findest: Sag es mir.
Eine Klimakampagne wird nicht glaubwürdiger, indem man Gegenargumente ignoriert.
Sie wird glaubwürdiger, indem Aussagen überprüfbar sind.
Was kannst Du jetzt tun?
Ich verlange von Dir kein Gelübde.
Du musst keinen SUV verkaufen, Dein Haus umbauen und ab morgen von Linsen leben.
Mach etwas Einfacheres:
1. Informiere Dich.
Nicht auf Basis eines Facebook-Memes – egal von welcher Seite.
Schau Dir Originalquellen und Messdaten an.
2. Entscheide, wo Du sinnvoll etwas verändern kannst.
Energie?
Mobilität?
Ernährung?
Konsum?
Beruf?
Politisches und gesellschaftliches Engagement?
Nicht alles gleichzeitig.
Aber auch nicht automatisch gar nichts.
3. Rede darüber.
Klimawandel verschwindet nicht dadurch, dass wir das Thema unangenehm finden.
4. Teile diese Seite.
Vor allem mit jemandem, der behauptet:
„Der menschengemachte Klimawandel ist doch gar nicht bewiesen.“
Nicht um einen Streit zu gewinnen.
Sondern damit wir zumindest über dieselben Fakten reden.
Nicht wegwischen.
Es wird weitere heiße Tage geben.
Es wird auch wieder kalte Tage geben.
Es wird nasse Sommer geben und trockene Sommer.
Keines dieser einzelnen Ereignisse ist das Klima.
Aber hinter all diesen Wetterereignissen läuft eine langfristige Messreihe weiter.
Und die zeigt eine sich erwärmende Welt.
Die Ursache dieser globalen Erwärmung ist wissenschaftlich geklärt.
Die Frage ist deshalb nicht mehr:
„Gibt es den menschengemachten Klimawandel?“
Die sinnvollere Frage lautet:
Was machen wir jetzt damit?
#NichtWegwischen
Quellen und weiterführende Informationen
- GeoSphere Austria: Klimabilanz Juli 2026 – 40,3 °C in Wieselburg, viertwärmster Juli der Messgeschichte und extreme Trockenheit.
- GeoSphere Austria: Bilanz der Hitzewelle im Juni 2026 und langfristige Entwicklung österreichischer Hitzewellen.
- GeoSphere Austria: Trockenheit 2026 und Niederschlagsdefizite in Österreich.
- IPCC AR6 Synthesis Report: Stand der Wissenschaft zu Ursachen, Folgen und zukünftiger Entwicklung des Klimawandels.
- IPCC AR6 Working Group III: Möglichkeiten zur Reduktion von Treibhausgasemissionen.
Aktuelle Messwerte auf dieser Seite: Stand 11. August 2026.


