Gipfelsammeln in den Gutensteiner Alpen

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Wer stille, abwechslungsreiche Wälder mag und auf mächtige, aussichtsreiche Gipfel zugunsten des Mottos “der Weg ist das Ziel” verzichten kann, dem sei diese schöne, aber auch anstrengende Tour über mehrere Gipfel bei Waidmannsfeld sehr ans Herz gelegt.

Wir starten bei einer kleinen Kapelle am Straßenrand und tauchen schon bald in den Wald ein, den wir erst am Ende der Runde wieder verlassen werden. Nur einmal zwischendurch öffnet er sich für einen schönen Schneebergblick bzw. ein umfassenderes Panorama.

Von besagter Kapelle weg folgen wir immer der grünen Markierung. Wie am GPS-Track ersichtlich ist, bin ich vor dem Ebenbaumkogel abgezweigt. Kann man machen, muss man aber nicht.

Schon bald führt uns der Weg in ein riesiges Wildgehege. Dieses betreten wir durch eine komfortable Drehtür und halten uns rechts am Zaun entlang. Ab hier ist der Weg auf den Großen Neukogel mit nur kleinen Unterbrechungen ein Steiglein und manchmal muss man die Markierungen etwas suchen. Der Hauskogel selbst ist mit einem kleinen Gipfelkreuz an einem Baum versehen.

Weiter geht es steil bergab in einen kleinen Sattel und danach steil bergauf auf den Dunkelstein. Der Dunkelstein ist der aussichtsreichste Punkt unserer Wanderung. Ein Erklimmen des Gipfels zahlt sich aus, auch wenn der eigentliche Weg darunter vorbeiführt. Hier sieht man schön auf den Schneeberg und die umliegenden Berge, wie den bekannteren Plattenstein. Nach unserem zweiten eroberten Gipfel folgt der sehr direkte Anstieg auf den Großen Neukogel. Der Weg ist länger und steiler, als man durch Kartenstudium vermuten würde und man ist am Ende froh, den letztlich unscheinbaren und verblüffend aussichtslosen Gipfel dieses Berges erreicht zu haben.

Wer sich am Gipfel des Großen Neukogels denkt, dies wäre eine eher langweilige Tour, dem sei gesagt: die weiteren zwei Drittel dieser Runde entschädigen für alles!

Wir verlassen nun die markierten Wege, um unseren dritten Gipfel in Angriff zu nehmen: den Kleinen Neukogel. Dazu steigen wir in einen Sattel ab und schwingen uns dann auf den gut sichtbaren Kamm des Kleinen Neukogels auf. Auf einem Jagdsteiglein folgen wir sehr romantisch diesem Kamm bis zum wunderbaren Gipfel mit seinem mächtigen Gipfelkreuz. Auch dieser Gipfel ist bewaldet, bietet aber dennoch auch etwas Aussicht. Vor allem aber ist er super romantisch und sehr einsam. Ein echter Geheimtipp!

Von hier aus geht es etwas weniger übersichtlich weiter auf einen unbenannten Vorgipfel. Das Jagdsteiglein ist hier nicht mehr sichtbar und man sollte ein bisschen Gespür für das Gelände mitbringen, um sich nicht zu verlaufen. Dies gilt auch für den weiteren Abstieg in einen Graben. Dieser ist steil und weglos. Das ändert sich aber am Grabengrund, dem wir folgen. Schon bald eröffnet sich eine schöne Forststraße, die schließlich aus dem langen Gaben herausführt. Forststraßen bringen uns schließlich auch – weiterhin unmarkiert – auf den Eingangs erwähnten Ebenbaumkogel. Ein Gipfel im Wald samt Blumenbeet. Hübsch!

Hier erreichen wir auch wieder die grüne Markierung, die uns zum Ausgangspunkt bringt, den wir nach rund 17km und 1.000 Höhenmetern erreichen.

Fazit: Eine sehr anstrengende, aber psychisch entschleunigende Tour, die man am besten alleine, jedenfalls aber in Stille absolviert, um die wunderbare Natur vollständig in sich aufsaugen zu können. Etwas für Romantiker.

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