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Stromspeicher mit dynamischen Tarifen laden – zahlt sich das aus?

Eine Frage aus einem meiner letzten Videos blieb offen: Hat sich mein Speicherkauf im Winter wirklich ausgezahlt? Genauer gesagt: Konnte ich durch intelligentes Laden des Speichers Kosten sparen – einerseits mit meiner PV-Anlage, andererseits mit einem dynamischen Stromtarif? Heute gebe ich Euch diese Antwort auf die Frage: Stromspeicher mit dynamischen Tarifen laden – zahlt sich das aus?

Die Antwort ist inzwischen möglich, weil ich meine Verbrauchs- und Kostendaten aus dem Kundenportal selbst ausgewertet habe. Leider hat SmartEnergy es bis heute nämlich nicht geschafft, mir eine brauchbare Abrechnung bzw. Auswertung zur Verfügung zu stellen. Also musste ich die Daten selbst zusammensuchen und analysieren.

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Die Ausgangsidee

Ich habe mir im vergangenen Sommer einen Stromspeicher zugelegt. Die Idee dahinter war einfach:

In den Sommermonaten wollte ich möglichst autark sein und den Strom meiner PV-Anlage möglichst vollständig selbst nutzen. In den Wintermonaten sollte der Speicher helfen, den Eigenverbrauch der PV-Anlage nahe an 100 Prozent zu bringen und zusätzlich günstigen Netzstrom aus einem dynamischen Stromtarif zu speichern.

Meine PV-Anlage hat rund 5 kWp. Mir war daher von Anfang an klar, dass ein 15-kWh-Speicher im Winter nicht allein durch die PV-Anlage vollgeladen werden kann. Deshalb war der Plan, den Speicher in günstigen Stromstunden aus dem Netz zu laden und diesen günstigen Strom später in teureren Stunden zu verbrauchen.

So weit die Theorie.

Hat das funktioniert?

Ja, grundsätzlich hat es funktioniert.

Aber nicht in dem Ausmaß, das ich mir erhofft hatte.

Durch meine Strategie konnte ich den durchschnittlichen Strompreis je nach Monat um etwa 10 bis 15 Prozent senken. Das ist natürlich nicht nichts. Aber ehrlich gesagt lag es unter meinen Erwartungen.

Sehr gut funktioniert hat hingegen der Eigenverbrauch der PV-Anlage. Von Oktober bis März lag dieser bei etwa 85 bis 95 Prozent. Das ist ein sehr guter Wert und entspricht auch ziemlich genau dem, was ich mir vom Speicher erwartet hatte.

Autarkie: gut, aber nicht perfekt vergleichbar

Der Speicher hat natürlich auch die Autarkiequote verbessert. Allerdings ist dieser Wert bei mir nur bedingt aussagekräftig, weil auch mein Elektroauto eine Rolle spielt.

Das E-Auto lade ich in der Regel nicht über den Speicher, sondern direkt aus dem Netz bzw. die PV-Anlage – entweder dann, wenn die Sonne scheint, oder im Winter in günstigen Stunden des dynamischen Stromtarifs. Dadurch wird die Autarkiequote natürlich beeinflusst und ist nicht ganz sauber mit anderen Haushalten vergleichbar.

Kosten pro Kilowattstunde

Interessanterweise konnten die Kosten pro verbrauchter Kilowattstunde insgesamt nicht klar gesenkt werden. Das liegt aber nicht unmittelbar am Speicher, sondern daran, dass sich im Vergleich zu den Vorjahresmonaten auch Netzgebühren und Strompreise verändert haben.

Ein direkter Vergleich ist daher schwierig.

Was ich aber sagen kann: Im Vergleich zum Vorjahr haben sich im Jänner und Februar die Kosten pro Kilowattstunde Gesamtverbrauch um ungefähr 10 Prozent verringert. Auch das ist okay – aber kein spektakulärer Effekt.

Der Winter ist die eigentliche Bewährungsprobe

Grundsätzlich ist ein Speicher vor allem von März bis Oktober eine sehr gute Sache. In diesen Monaten ist eine hohe Autarkiequote möglich, und ein großer Teil des Strombedarfs kann über die Sonne gedeckt werden.

Im Winter sieht die Sache anders aus.

Mein Strombedarf ist im Winter deutlich höher, weil ich hauptsächlich mit Klimaanlage bzw. Strom heize. Im kältesten Monat lag mein Gesamtverbrauch heuer bei rund 950 kWh. Im Vorjahr waren es etwa 1.150 kWh.

Das ist für ein Haus, das im Wesentlichen mit Strom beheizt wird, gar nicht so dramatisch. Heuer kam noch dazu, dass ich in einer sehr kalten Phase kurzzeitig meine sonst kaum genutzte Gasbrennwerttherme zur Unterstützung verwendet habe. Dadurch wurde der Stromverbrauch etwas reduziert.

Trotzdem bleibt: Im Winter ist ein Speicher immer auch eine Wette darauf, dass genug Sonne scheint.

Und genau das war heuer nicht der Fall.

Dieser Winter war bei uns eher ein Winter wie früher: kalt, neblig und von November bis Jänner ziemlich trüb. In den letzten Jahren waren die Winter vergleichsweise sonniger und milder. Heuer war die PV-Produktion entsprechend schwach.

Der bessere Winter-Move: Energiegemeinschaft

Interessanterweise war für mich im Winter nicht der Speicher der größte strategische Vorteil, sondern die Teilnahme an unserer Energiegemeinschaft.

Dort bekomme ich für eingespeisten Strom 9,4 Cent pro kWh und zahle für bezogenen Strom 10,4 Cent pro kWh. Weil die Energiegemeinschaft auch im Winter relativ gut produziert hat, war dieser Strom oft günstiger als die günstigsten Stunden meines dynamischen Tarifs.

Im vergangenen Jahr habe ich dort sogar mehr eingespeist als verbraucht und am Ende ein Guthaben von 91 Euro ausbezahlt bekommen.

Das war für mich rückblickend fast der bessere Hebel als das gezielte Laden des Speichers mit günstigem Netzstrom.

War der Speicher zu groß?

Mein Speicher hat rund 15 kWh Kapazität und hat mich inklusive allem etwa 6.000 Euro gekostet. Das ist für diese Größe ein sehr guter Preis.

Trotzdem muss ich sagen: Hätte ich vorher gewusst, dass meine Winterstrategie nicht ganz so stark aufgeht, hätte vermutlich auch ein kleinerer Speicher gereicht. Vielleicht wären 10 kWh ausreichend gewesen, vielleicht sogar 7 kWh.

Allerdings wäre ein halb so großer Speicher nicht automatisch halb so teuer gewesen. Insofern passt es für mich insgesamt schon.

Mein Fazit

Der Speicher rechnet sich – aber anders, als ich ursprünglich gedacht hatte.

Meine Idee, im Winter gezielt billigen Strom aus dem dynamischen Tarif zu speichern und später zu verbrauchen, funktioniert zwar. Die Ersparnis ist aber durch Lade- und Entladeverluste sowie die tatsächlichen Preisunterschiede geringer, als ich erwartet hatte.

Deutlich stärker ist der Nutzen des Speichers in den Monaten März bis Oktober. In dieser Zeit kann ich sehr viel PV-Strom selbst nutzen und meine Autarkie deutlich erhöhen.

Würde ich einen Speicher zur Unterstützung einer Wärmepumpe, Klimaanlagenheizung oder anderer größerer Stromverbraucher empfehlen?

Ja – aber vor allem dann, wenn der Speicher günstig ist und man ihn nicht auf den letzten Cent schönrechnen muss.

In Kombination mit PV-Anlage, dynamischem Stromtarif und idealerweise einer Energiegemeinschaft kann ein Speicher sehr sinnvoll sein. Man sollte sich aber bewusst sein: Im Winter ist der Effekt begrenzt und hängt stark vom Wetter, vom eigenen Verbrauchsprofil und von den tatsächlichen Strompreisschwankungen ab.

Mein persönliches Fazit: Der Speicher war kein Fehler. Aber der große finanzielle Winter-Hebel, den ich mir erhofft hatte, war er nicht.

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