ALPENLAND|magazin

Bergsteigen in den Wiener Hausbergen

Tarabosh (Albanien)

(Nord-)Albanien ist immer noch ein Geheimtipp für Wanderer. Es fehlt im Grund an allem – von der Bergrettung bis hin zu guten öffentlichem Verkehr. Dafür wartet dieses Land mit unfassbar beeindruckender Natur auf und mit einem sehr hohen Maß an Gastfreundschaft.

Für all jene, die vielleicht die eine oder andere Wandertour im Land der Skipetaren durchführen möchte, stelle ich in nächster Zeit ein paar wenige, selbst begangene und ausgesprochen schöne Touren vor. Beginnen möchte ich mit dem absoluten Highlight: die Besteigung eines wunderbaren Bergkammes am Rande des Shkodra-Sees mit dem Tarabosh als höchsten Gipfel.

Der Shkodra-See ist der größte Binnensee des Balkans und liegt mehrheitlich in Montenegro. So wie das Rumija-Gebirge, dessen Abschluss der Tarabosh bildet. Die – spärlich, aber ausreichend markierte – Tour startet direkt in der Stadt Shkodra und führt über den besagten Kamm nach Zogaj, dem Grenzdorf zu Montenegro.

Achtung: ich bin mit meiner Gruppe knapp vor dem Abstieg unmarkiert und direkt nach Shiroke abgestiegen, was ich selbst nicht mehr tun würde und auch nicht empfehle, da das Gelände nicht gar so einfach ist, wie es auf den ersten Blick aussieht.

Die Route führt vom Ausgangspunkt zuerst über asphaltierte, dann über sehr gut geschotterte Straßen auf den Maja Taraboshit. Der Gipfel selbst ist militärisches Sperrgebiet, was aber nichts macht, denn wer dachte, die Wanderung wäre bis hierher bereits sehr aussichtsreich gewesen, wird nun eines besseren belehrt. Was von hier aus folgt ist nicht weniger als ein wahrer Traum der Blicke.

Der Weg umgeht das Sperrgebiet am Rande eines alten Befestigungssystems, entlang dessen man auf den Kamm aufschwingt. Im Grunde folgt die Tour nun diesem System aus Befestigungen und Erinnerungen an den Karnischen Höhenweg werden wach. Die gut sichtbare Spur (Markierungen findet man nur dort, wo man sie zwingend benötigt) führt genau am Kamm entlang. Rechts der riesige Shkodra-See und Blicke in die albanischen Alpen, links der Blick nach Südalbanien bis zum Meer. Vor einem ein endloser Kamm nach Montenegro. Unfassbar lässig!

In einer Schnur reihen sich die Gipfel von Tarabosh, Gollishit, Gurit und Sukes auf (wobei der empfohlene Originalweg nach letzterem nach Zogaj absteigt, wir aber schon nach dem Gurit nach Shiroke traversierten) und wollen alle bestiegen und genossen werden. Schöner geht nicht!

Wieder im Tal freuen sich zig Gasthäuser am See über eine Einkehr (und man selbst tut das natürlich auch) und auch ein Bad im See kann sehr empfohlen werden.

Fazit: Eine Traumtour und sicher eines der Highlights am gesamten Balkan! Achtung: heiß, keine Quellen, keine Einkehrmöglichkeit während der Tour.

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

Antworten

© 2024 ALPENLAND|magazin

Thema von Anders Norén