Etappe 2: Gamshütte – Friesenberghaus

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Tagwache um 3/4 6 Uhr morgens. Da wir aber wirklich gut und bequem im 6-Mann-Notlager in der Gaststube nächtigen konnten, war das zeitige Aufstehen kein Problem. Weiterer Vorteil: wir waren damit die ersten beim Frühstücksbuffet. Nachdem wir uns auch noch ein „Lunchpaket“ in Form von zwei Broten bereiten ließen, ging es los zur wohl anstrengensten Etappe des gesamten Berliner Höhenweges bzw. der gesamten Zillertaler Runde.

Der Weg führt uns von der Gamshütte über steil abfallende Wiesenhänge (eher gatschig, was auf die instabilen Wetterbedingungen zurückzuführen war) zur Grauen Platte. Diese ist genau das, was der Name sagt: Eine große, graue Steinplatte inmitten steiler, grüner Wiesenhänge. Eine Pause bietet sich hier an und an den imposanten Stein schmiegt sich sogar ein kleines Schutzhäuschen.

Von der Grauen Platte geht es weiter über steile, gatschige Wiesenhänge in Abwechslung mit der Überwindung imposanter Blockhalden (teilweise Schwierigkeitsgrad I) zur Pitzenalm. Dort gäbe es eine Einkehrmöglichkeit, wenn wir die Feldalm (keine Einkehrmöglichkeit) nicht mit der ein paar Minuten entfernteren Pitzenalm verwechselt hätten. So kehrten wir bei der Rast nicht ein, sondern verspeisten eines der Brote im Lunchpaket.

Von der Pitzenalm erreicht man nach Überwindung weiterer Blockhalden und steiler Wiesenhänge, sowie der Überschreitung eines lässigen Grates den Wasserfall bei der Kesselalm. Dort ist man doch schon ziemlich erschöpft, da der Weg durchgängig Trittsicherheit und Konzentration erfordert und ständig einige Höhenmeter bergan und bergab geht. Schließlich legt man auf der Gesamtstrecke ca. 1.400 Höhenmeter zurück!

Nächster längerer Halt: der superfeine Wesendlkarsee. Eine längere Rast samt Kneipp-Kur ist hier unabdinglich! Man ist hier bereits fast 10 Stunden unterwegs und daher empfiehlt sich gar ein kleines Nachmittagsschläfchen in der Sonne, bevor man daran geht, den allerletzten Abschnitt dieser Etappe zum Friesenberghaus in Angriff zu nehmen.

Vom Wesendlkarsee hat man noch rund 150 Höhenmeter und ca. 2 Kilometer zu überwinden, bis man am Etappenziel ankommt. Leider fehlt dieser letzte Teil in der GPS-Aufzeichung (siehe unten), da meinem iPhone still und heimlich der Saft ausging.

Diese zweite Etappe ist landschaftlich schön und sehr beeindruckend. Aber auch wirklich sehr anstrengend. Nicht umsonst ist dieser Abschnitt der am wenigsten oft begangene des gesamten Berliner Höhenweges bzw. der gesamten Zillertaler Runde. Das liegt auch daran, dass die Sonne auf der rund 18 Kilometer langen Tour den ganzen Tag über massiv herunter brennt. Wir hatten hier Glück, dass unser Wetter eher durchwachsen war und ab und an Wolken den Himmel trübten – und damit Schatten spendeten. Aber auch in unserem Fall waren wir bzgl. unseres Flüssigkeitshaushaltes sehr froh, die Trinkvorräte an einem der unzähligen Bäche auffüllen gekonnt zu haben.

Der Tag endet im netten Friesenberghaus. Dort sind die Lager top in Ordnung, das Essen gut und – im Gegensatz zur kleineren Gamshütte – gibt es auch eine warme Dusche (EUR 3,50 für drei Minuten duschen). Einziger Nachteil des Friesenberghauses: es gibt fast keine Steckdosen. Handy-Nachladen fällt damit weg bzw. ist ein kleiner Verteilungskampf. Aber nach 11,5h Zeit unterwegs ist man froh, freundlich aufgenommen zu werden. Da fällt eine fehlende Steckdose nicht ins Gewicht.

Fazit: Eine anstrengende Etappe, die landschaftlich beeindruckend über steile Hänge und Blockhalden führt und daher auch von der Konzentration her wirklich anspruchsvoll ist. Dafür sieht der aufmerksame Wanderer vielleicht das eine oder andere Murmeltier!

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